Neptun

Benannt nach dem römischen Meeresgott. Dieser Planet wurde am Schreibtisch „entdeckt“.

Neu1 Neptun

 

Der vierte Gasplanet, mit der schon bekannten Mischung aus Wasserstoff und Helium. Außerdem befindet sich Methan in der Atmosphäre, welches den roten Anteil des Sonnenlichts herausfiltert und der Planet erscheint blau. Er ist aber nicht so langweilig wie Uranus, da das Methan in die oberen Schichten gelangt, dort ausfriert und weiße Cirrus-Wolken bildet!

Für den kleinsten der Gasplaneten müsste man fast 4 Erdkugeln nebeneinander stellen um seinen Durchmesser zu erreichen.

Mit bloßem Auge kann man Neptun nicht erspähen. Es braucht schon ein Fernrohr dafür. Aber wo soll man suchen?

Als Uranus entdeckt war, stellte man fest, dass dieser auf seiner Bahn um die Sonne mal etwas zu schnell und dann wieder zu langsam war. Da „draußen“ musste es etwas geben was für dieses komische Verhalten des Uranus verantwortlich war.

Vielleicht noch ein Planet?

Der Franzose Urbain Jean Joseph Le Verrier und der Brite John Couch Adams setzten sich 1845 an den Schreibtisch. Unabhängig voneinander fingen sie an zu rechnen, wo am Himmel dieser Planet sein könnte.

Le Verrier schickte seine Ergebnisse nach Berlin, wo im Jahre 1846 das damals beste Linsenteleskop stand. Und tatsächlich fand man am Abend des 23. September, fast genau an der berechneten Stelle, ein blaues Pünktchen.

Neptun wurde also am Schreibtisch „entdeckt“, obwohl bereits Galileo Galilei im Jahr 1613 einen Punkt am Sternenhimmel beobachtete, der sich später als Neptun herausstellte. Er hat ihn als Planet aber nicht erkannt!

Neptun benötigt auf seiner Bahn um die Sonne 165 Erdenjahre. Sehr viel schneller, dreht er sich um die eigene Achse. Das dauert nur 16 Stunden! Noch schneller sind die Winde, die seine Atmosphäre kräftig durchwirbeln. Man hat Geschwindigkeiten von bis zu 2000 km/h gemessen und mit -220°C ist sie die kälteste.

Tief im Innern des Planeten befindet sich ein erdgroßer Kern aus Eisen und Nickel. Aber darauf herumlaufen geht nicht, da der Druck der Atmosphäre an dieser Stelle tausendmal höher als auf der Erde ist. Aber dadurch wird aus dem Methan etwas anderes, nämlich Diamanten! Und diese hageln auf dem festen Kern ein. Schlecht für Schatzsucher! Im Jahr 1989 entdeckte die Raumsonde Voyager 2 bei ihrem Vorbeiflug einen Wirbelsturm, ähnlich dem des Jupiters.

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Damals war er so groß wie 3 Erdkugeln. Man nannte ihn „großer dunkler Fleck“. Mittlerweile hat er sich aber aufgelöst. Das Hubble Space Teleskop hat 1994 an einer anderen Stelle einen „dunklen Fleck“ erspäht. Offenbar sind die Wettererscheinungen auf dem Neptun nicht so langlebig wie auf Jupiter.

Voyager 2 entdeckte nicht nur 6 neue Monde, sondern auch 4 zarte Ringe um den Planeten.

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Insgesamt hat Neptun 14 Monde. Der größte heißt Triton, ist ¾ so groß wie der Erdmond und wurde kurze Zeit nach Neptun entdeckt. Die anderen Monde sind kleiner als 1000 km. Daher wurde der zweite Mond (Nereide) erst 100 Jahre später gefunden.

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Triton ist aber am interessantesten. Er bewegt sich entgegen der Drehrichtung des Planeten, also im Uhrzeigersinn. Die Oberfläche des Mondes besteht größtenteils aus gefrorenem Stickstoff und Wasser, sowie „Trockeneis“. Triton ist mit einer Temperatur von – 235°C der kälteste Mond im Sonnensystem. Trotz der riesigen Entfernung von der Sonne, reicht die Strahlung aber aus, um gefrorenen Stickstoff unter der Kruste zu erwärmen, so dass dieser dann wie ein Geysir ausgestoßen wird. (siehe Bild links)